Badminton - Krank durch Sport?



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Gesundheitsfaktor Job

Seit Jahrzehnten tobt in der Forschung ein Grabenkampf: Die einen predigen die Macht der Gene. Die anderen sind überzeugt, dass die Umwelt den größeren Einfluss auf Leben und Gesundheit eines Menschen hat. US-Forscher haben nun der "Umwelt-vor-Gene"-Fraktion neue Munition geliefert: Der Vergleich von 308 Zwillingsschwesterpaaren ergab, dass der Beruf eine größere Bedeutung für den Gesundheitszustand hat als das Erbgut.

Anders als in den meisten vorangegangenen Zwillingsstudien waren hier die Schwestern nicht in jungen Jahren getrennt worden, sondern gemeinsam aufgewachsen. Nancy Krieger von der Harvard School of Public Health und ihr Team untersuchten verschiedene medizinische Parameter der Probandinnen, darunter auch Blutdruck und Cholesterinwerte.

Aufschlussreich war vor allem der Vergleich von Schwesternpaaren, die eine unterschiedliche berufliche Qualifikation hatten: Jene Frauen, die der Arbeiterschicht angehörten, hatten deutlich höheres Bluthochdruckrisiko als ihre höher qualifizierten Zwillingsschwestern. Darüber hinaus waren auch die Cholesterinwerte der Arbeiterinnen häufiger erhöht.

Eine Befragung der Testteilnehmer bestätigte den Einfluss des Jobs auf die Gesundheit. Das zeigte sich vor allem unter den Zwillingspaaren, die ihren Gesundheitszustand unterschiedlich gut bewerteten: Höher qualifizierte Frauen waren mit ihrer Gesundheit doppelt so oft zufrieden wie ihre jeweiligen Schwestern aus dem Arbeitermilieu.

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass die gesundheitliche Situation von Erwachsenen besser mit der beruflichen Situation zu erklären ist als mit ihren genetischen Voraussetzungen", folgerten die Wissenschaftler. Umfangreichere Studien sollen dies in Zukunft bestätigen.

Quelle: Public Library of Science

 

Arthrose - Schmerzhafter Verschleiß

Rodel-Weltmeister Georg Hackl startet für Deutschland. Steigt er in seinen Schlitten, sind starke Schmerzmittel seine ständigen Begleiter. Die Gelenke von Hackl zerreiben und zersetzen sich langsam - er hat Arthrose im fortgeschrittenen Stadium.

Arthrose ist die weltweit verbreitetste Gelenkerkrankung. Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga unter den Folgen ihrer geschädigten Gelenkknorpel - weitere zehn Millionen spüren gelegentlich arthroseartige Beschwerden. "Meistens schmerzen die Stellen, die wir täglich am stärksten belasten: das Knie oder die Hüfte", sagt der Arthrose-Experte Bernd Swoboda von der Uniklinik in Erlangen. Häufiger noch beginnen die Finger- und Fußgelenke zu verschleißen. Da der Prozess nicht dieselben Schmerzen verursacht, fällt das den Betroffenen seltener auf.

Die Abnutzung der Gelenke hat bei etwa 80 Prozent der über 50-Jährigen Spuren hinterlassen. Doch es kann auch schon in jüngeren Jahren losgehen. Der Kniespezialist der Münchener Alpha-Klinik Jürgen Tofft geht davon aus, dass nahezu jeder Zweite über 35 Jahre Arthroseerscheinungen im Anfangsstadium aufweist. Einmal angefangen setzt sich eine unbehandelte Arthrose fort und greift letztlich Bänder, Sehnen und auch die anliegenden Knochen an.

Georg Hackl ist einer der wenigen Athleten, die offen über die Gelenkerkrankung reden. Heute warnt der Rodelrennfahrer gerade seine Sportskollegen vor der Überbelastung: "Mein Hobby Hallenfußball war Gift für meine Gelenke", berichtet er. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme will er an der Olympiade 2006 für Deutschland teilnehmen.

 

Risiken - Verschleiß durch Überlastungen

"Es sind ziehende Schmerzen im Lendenwirbelbereich, in Schultern, Ellbogen, Nacken und ganz massiv in den Sprung- und Zehengelenken", beschreibt Georg Hackl seine Pein. Das "Ziehen" ist der so genannte Anlaufschmerz: Es tritt vor allem nach längeren Ruhepausen auf. Wer sich morgens nur mühsam aus dem Bett quält, weil die Knochen und Gelenke schmerzen oder nach Autofahrten über einen steifen Rücken klagt, könnte Arthrose-Kandidat sein.

"Früher Verschleiß zeigt sich jedoch vor allem nach langen Spaziergängen, Radtouren oder Bergwanderungen - wenn die Gelenke übermäßig beansprucht wurden und dann Schmerzen auftreten", sagt Arthrose-Experte Bernd Swoboda. Verschiedene Studien aus Amerika und Schweden weisen darauf hin, dass Menschen, die körperlich hart arbeiten, häufiger an Arthrose erkranken als andere. Diese Belastungen, aber vor allem auch Übergewicht und Gelenkfehlstellungen wie O- oder X-Beine führen dazu, dass sich die Gelenkknorpel langsam abreiben.

Der größte Risikofaktor lässt sich allerdings nicht vermeiden: das Alter. Die Stabilität und Regenerationsfähigkeit unserer Gelenke nimmt mit der Zeit einfach ab. "Ab 55 Jahren schleppt fast jeder eine Arthrose mit sich herum. Auch wenn sie anfangs noch stumm verläuft und sich nicht immer schmerzhaft bemerkbar macht", bemerkt Susanne Walia von der Rheuma-Liga.

Selbst wer keinen Leistungssport treibt und keinen Knochenjob hat, kann schon früh eine Arthrose entwickeln. "Auch wenn der schwindende Knorpel immer im Mittelpunkt des Interesses steht, gibt es auch Hinweise, dass ein verhärteter Knochen unter dem Gelenkknorpel den Verschleiß einleiten kann", so Swoboda. Nicht ausgeheilte Verletzungen oder aber auch Gelenk-Infektionen schädigen den Knorpel. Hinzu kommen erbliche Faktoren. Fehlgeschaltete Gene bringen den Kreislauf von Knorpelabbau und -aufbau aus dem Gleichgewicht: Es wird mehr Gewebe abgetragen als neues aufgebaut.


Schmerzende Symptome - Zerriebene Gelenke

Arthrose beginnt in den Knorpelschichten, die die Gelenkknochen überziehen und normalerweise ein reibungsarmes Gleiten der Gelenkflächen ermöglichen. Kleine, zunächst nur oberflächliche Risse werden immer tiefer. Am glatten geschmeidigen Knorpel entstehen raue Oberflächen, die sich gegenseitig abschmirgeln. „Im schlimmsten Fall haben die Patienten ihren Knorpel ganz verloren, dann reiben die Knochen aufeinander, und das Gelenk wird völlig zerstört“, beschreibt Arthrose-Spezialist Bernd Swoboda das Problem.

Die kleinen abgeriebenen Knorpelteilchen reizen die zarte Gelenkinnenhaut. Sie entzündet sich, und das Gelenk schwillt schmerzhaft an. In einigen Fällen füllt sich die Gelenkhöhle mit Flüssigkeit. Dieser „Reizerguss“ bläht das Gelenk auf und zieht auch seine restlichen Bestandteile in Mitleidenschaft: „In fortgeschrittenen Arthrosestadien beginnt der Knochen am Übergang zum Gelenkknorpel zu wachsen, und es bilden sich knotenartige Verdickungen, so genannte osteophytäre Anbauten“, so der Experte. Man sehe sie häufig an den Fingerendgelenken älterer Frauen. Die Knochenauswüchse seien lästig, schmerzen müssen sie aber nicht.


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